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Blockveranstaltungen "Insolvenz und Sanierung: Vertiefung mit Schwerpunkt auf der Insolvenzpraxis"

Aus den Inhalten der Grundlagenveranstaltung sollen einige besonders praxisrelevante Themenkomplexe in Blockveranstaltungen herausgegriffen und vornehmlich von Insolvenz-verwaltern aus ihrer beruflichen Sicht für die Studierenden aufbereitet werden. Auf diese Weise erhalten die Studierenden über die Theorie hinaus einen Einblick in die Tätigkeit der Insolvenzverwaltung.

Die Blockveranstaltungen finden im Herbstsemester zu den angegebenen Terminen statt. Alle Veranstaltungen sind an Freitagen von 13:45 Uhr bis 17:00 Uhr im Raum EW 161 terminiert.

Beschreibung der Veranstaltung (KVV 2019 der Fachschaft Mannheim)  

Haftung von Gesellschaftern und Geschäftsführern in der Insolvenz


Termine:
 18.09.2020 und 25.09.2020

Die Blockveranstaltung befasst sich mit einer besonders praxisrelevanten Materie aus dem Schnittbereich von Insolvenz- und Gesellschaftsrecht. Sie ist daher auch für Teilnehmer des Wahlbereichs „Gesellschaftsrecht“ von Interesse. Auf dem Programm stehen u.a. folgende Themen:

  • Geschäftsführerhaftung aus § 43 GmbHG
  • Vertragshaftung
  • Rechtsscheinshaftung
  • Insolvenzverschleppungshaftung
  • Existenzvernichtungshaftung
  • Deliktshaftung
  • Durchgriffshaftung

Material:

Fälle zur Vorlesung:

 (Stand 2019)

Lösungen der Fälle: 
pdf-Button (Stand 2019)
Folien zur Vorlesung:
pdf-Button (Stand 2019)
Prüfung der Insolvenzgründe 
(Folien zum Vortrag auf dem
16. Jahreskongress Insolvenzrecht
in Potsdam):
pdf-Button (Stand 2015)
Übersicht zu
den Haftungstatbeständen:
(Stand 2018)
Tabelle zu
den Haftungstatbeständen: 
(Stand 2010)


Prof. Dr. Georg Bitter, Mannheim

Seit WS 2005/2006 Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Insolvenzrecht an der Universität Mannheim; Forschungsschwerpunkte: Gesellschafts-, Insolvenz-, Bank- und Kapitalmarkrecht.  

Gläubigerstrategien im Insolvenzverfahren

Termin: 02.10.2020

In dieser Blockveranstaltung werden die Gläubigerrechte praxisrelevant vertiefend dargestellt. Mit den Erfahrungen des Referenten aus seiner Tätigkeit als Insolvenzverwalter wird erarbeitet, wie man als Gläubiger in Kenntnis der Rechte und in Kenntnis der Anwendungsmöglichkeiten, Einfluß auf den Verlauf des Insolvenzverfahrens nehmen kann. Nachfolgende Themen werden behandelt:

  • Insolvenzantragstellung durch Gläubiger
  • Auswahl des Insolvenzverwalters
  • Forderungsanmeldung
  • Gläubigerausschuß
  • Gläubigerversammlung Beschlüsse Abwahl des Insolvenzverwalters Fortführung / Liquidation
  • Aufsichtspflichten des Insolvenzgerichtes

Durchsetzung von Aus- und Absonderungsrechten in der Praxis

Termin: 09.10.2020

Die von der Insolvenzordnung verwendeten Begriffe der Absonderungsrechte werden in dieser Blockveranstaltung praxisrelevant konkretisiert. Welche Rechte privilegiert der Gesetzgeber im Insolvenzverfahren? Wie müssen die Rechte vor Insolvenzantragstellung ausgestaltet worden sein, um das Privileg zu genießen, und wie kann ein Gläubiger diese Rechte gegenüber dem Insolvenzverwalter durchsetzen und damit wirtschaftliche Vorteile erhalten?

Anhand von Beispielen sollen diese Fragen beantwortet werden.

Folgende Themen werden vertiefend behandelt:

Mietrecht

  • Vermieterpfandrecht

  • Kaution des Mieters

Arbeitsrecht

  • Altersteilzeit

  • Betriebliche Altersvorsorge

  • Lebensversicherung

  • Pensionssicherungsverein

Kaufrecht

  • Eigentumsvorbehalt

Kreditrecht

  • Sicherungsübereignung
  • Verpfändung

  • Leasing und Leasekauf


Rechtsanwalt Tobias Hoefer, Mannheim

Seit 1995 als Rechtsanwalt zugelassen und seit 1996 als Konkurs- und Insolvenzverwalter tätig; Fachanwalt für Insolvenzrecht; seit 2001 Seniorpartner der Anwaltskanzlei Hoefer I Schmidt-Thieme Rechtsanwälte  und Insolvenzverwalter mit Sitz in Mannheim, Karlsruhe, Aschaffenburg, Zwickau, Berlin, Baden-Baden und Freiburg; Mitbegründungsgesellschafter und Geschäftsführer des Verbraucherinsolvenzbüro Rhein-Neckar-Main GdbR, Heidelberg. Mehr Infos unter www.verwalter.de

Übertragende Sanierung - Fallstudie

Termin: 16.10.2020 und 23.10.2020

Die Veranstaltung befasst sich mit der in der Insolvenzpraxis bevorzugten „Sanierung“ von Betrieben als Ganzes bzw. von Betriebsteilen. Diese Alternative zur Einzelverwertung von Wirtschaftsgütern im Rahmen einer Insolvenz ist in der Praxis sehr verbreitet und beliebt. Die Zerschlagung von Unternehmenseinheiten kann ganz oder teilweise verhindert werden. Nicht der Unternehmensträger, z.B. eine Aktiengesellschaft oder GmbH, sondern das Unternehmen als organisatorische oder produktive Einheit wird „saniert“. Es erfolgt eine Übertragung der Aktiva im Wege der Einzelrechtsnachfolge (asset deal) auf einen Erwerber oder eine Auffanggesellschaft. Die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie Lösungsmöglichkeiten und Haftungsrisiken werden dargestellt und im Rahmen einer Fallstudie vertieft behandelt.

 

Rechtsanwalt Peter Depré, Mannheim

Seit 1982 als Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter tätig, Fachanwalt für Insolvenzrecht, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Wirtschaftmediator (cvm), Mitglied des Vorstands der Rechtsanwaltskammer Karlsruhe und stellvertretender Vorsitzender des MannheimerAnwaltsVereins sowie Prüfer im ersten juristischen Staatsexamen an der Universität Heidelberg. Herr Depré ist Autor sowie Herausgeber einer Vielzahl von Beiträgen und Werken insbesondere zum Insolvenzrecht, sowie Vorstand der Depré RECHTANWALTS AG (www.depre.de) und des Arbeitskreises Sanierung und Insolvenz Rhein-Neckar-Pfalz e.V.

Die Rettung von Unternehmen durch Insolvenzplan

Termin: 13.11.2020

Anhand eines tatsächlichen Insolvenzplanes wird aufgezeigt welches zukunftsweisende Sanierungsinstrument die Insolvenzordnung bereitstellt. Die wesentlichen Eckpunkte dieses Planes werden gemeinsam nachvollzogen und hierbei praxisbezogene Lösungen und examensrelevante Themen erarbeitet.

Sanierungsmaßnahmen im Spannungsfeld der EuInsVO

Termin: 20.11.2020

Darstellung von Problemen, die sich bei grenzüberschreitenden Insolvenzverfahren, insbesondere im Handling von Sicherheiten (Aus- und Absonderungsrechten) und bei der Abstimmung mehrerer Insolvenzverfahren zwischen Verwalter und Gericht ergeben.

 

Rechtsanwalt Gordon Rapp, Heidelberg

Seit April 1986 zugelassen als Anwalt und ausschließlich tätig auf dem Gebiet der Unternehmenssanierung und des Insolvenzrechts, insbesondere als Gutachter und Verwalter in über 300 Fällen sowie Tätigkeit als Liquidator in namhaften Großfällen der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben. Zahlreiche Vortrags- und Referententätigkeit auf dem Gebiet des Insolvenzrechts sowie Veröffentlichungen zum Insolvenz- und Beihilferecht. Mitgliedschaft in zahlreichen anwaltschaftlichen Mitgliedsorganisationen und seit 2003 Mitglied des Court of Arbitration for Sport (CAS), Lausanne. Seit 1991 Seniorpartner der Kanzlei Rapp, Wolff & Kollegen mit Sitz in Heidelberg, Dresden und Leipzig.